Unwahrheiten über die Wärmedämmung

Verbraucherzentrale klärt über Irrtümer beim baulichen
Wärmeschutz auf – Teil 1
 
(Verbraucherzentrale / 04.12.2012)

Ob Schimmel, Algen, Atemnot – die Energieberatung der
Verbraucherzentrale geht einigen Fehlaussagen zum baulichen
Wärmeschutz auf den Grund.
„Dämmen ist teuer und schlecht fürs Gebäude“, solche Meldungen
verunsichern derzeit sanierungswillige Hausbesitzer. Die sind angesichts der

steigenden Energiekostendiskussion ratlos, welche Maßnahmen sinnvoll
sind. „Bei Dämmmaßnahmen ist diese Sorge unbegründet. Sie steigern den
Wohnkomfort und sparen Energie“, so Birgit Holfert, Energiereferentin der
Verbraucherzentrale. Hier die Fakten zur Entkräftung der größten Irrtümer.
„Gedämmte Häuser schimmeln.“:
Das Gegenteil ist der Fall. Auf Grund einer Außendämmung steigt die
Oberflächentemperatur auf der Innenseite der Wand. Ungedämmte Wände
sind dagegen im Winter auch innen ziemlich kalt. Feuchtwarme Raumluft
kühlt dort ab, und die relative Luftfeuchtigkeit steigt. Bereits ab einer
Oberflächenfeuchte von 80 Prozent wächst dort der Schimmel. Denn dieser
braucht neben der Feuchtigkeit nur wenig „Nahrung“, die er bequem auf der
Tapete findet. Eine gute Dämmung reduziert daher das Schimmelpilzrisiko,
weil es weniger kalte und damit feuchte Ecken im Haus gibt.
„Die Wände können nicht mehr atmen.“:
Eine intakte, rissfreie Wand atmet grundsätzlich nicht. Der Luftaustausch
erfolgt ausschließlich über das Lüften (Fenster, Lüftungsanlage) oder eben
unkontrolliert durch Fugen und Ritzen. Die obige Aussage bezieht sich auf
den Feuchtetransport per Wasserdampfdiffusion durch Bauteile. Dieser ist
allerdings sehr gering und spielt bei der Feuchteabfuhr keine Rolle. Wichtig
ist hingegen, dass der Innenputz hohe Werte an Luftfeuchte puffern und -
nach dem Lüften - wieder an den Innenraum abgeben kann. Eine moderne,
außen liegende Dämmung hält die Wand hingegen warm und damit trocken.
„Häuser dürfen nicht zu dicht sein.“:
Das Gegenteil ist richtig. Jeder weiß, dass durch Fugen unnötig viel Energie
verloren geht. Was aber noch schwerer wiegt ist das damit verbundene
Risiko eines Bauschadens: Durch undichte Stellen wie Fugen und Ritzen
strömt im Winter feuchtwarme Luft nach draußen. Auf diesem Weg kühlt sie
sich ab und die Feuchtigkeit kondensiert in Hohlräumen aus. So kann es in
den Fugen zu Schimmelbildung kommen. Dies sieht man meist gar nicht und
kann dann auch nicht reagieren. Der Luftwechsel über Fugen reicht
hingegen selbst bei großen Undichtigkeiten nicht aus. Daher gilt: Luftdicht ist
Pflicht und gelüftet wird über die Fenster oder eine Lüftungsanlage.

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